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Zwergkrallenfroschkaulquappen füttern
Die Kaulquappen der
Zwergkrallenfrösche sind, im Gegensatz zu den Kaulquappen der Krallenfrösche und der Wabenkröten, vom Anfang
an Carnivore, das heißt sie fressen, im Gegensatz zu
fast allen anderen Froschlurchlarven, ausschließlich tierische Nahrung. Selbstverständlich sollte
die Nahrung im Laufe des Wachstums auch mitwachsen bzw. größer werden.
Um eine Verschmutzung des Wassers im Aufzuchtbecken zu verringern, kann
man kleine Schlamm- oder kleine Posthornschnecken mit ins Aufzuchtbecken
geben, welche Futterreste verzehren. Viele der nachstehenden Infos habe
ich von Dirk Rose erhalten. Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank. In
der Literatur werden hin und wieder vereinzelt auch noch andere Futtermittel,
als die folgend Genannten, erwähnt. Ich habe diese alle noch nicht ausprobiert.
Wenn jemand positive oder negative Erfahrungen mit anderen Futtermitteln
bei der Aufzucht von Zwergkralli- und anderen Pipidenkaulis hat, würde
ich mich über einen
Kontakt und Infos sehr freuen.
In den meisten Fällen
kann man von Anfang an mit frischgeschlüpften Japanischen Kugelwasserflöhen
(Moina) oder Salinenkrebschennauplien (Artemia) füttern. Falls
dieses Futter zu groß ist oder zum Zufüttern in den ersten Tagen nach
dem Freischwimmen, sprich etwa vier bis sechs Tage nach dem Schlupf, sind
mir folgende Infusorien- und Industrie-Futtermöglichkeiten
bekannt:
- Pantoffeltierchen - Infusorien auf Bananenschalen
bzw. in Kondensmilch: Man nimmt Bananenschalen und gibt sie
in ein Behältnis mit Wasser. Nähere Infos dazu findet man auf der
Website von Christian Westhäuser tuempeln.de.
Eine andere Variante ist ein Ansatz mit
Kondensmilch.
- JBL Nobil Fluid: Ist
mir von einem Killifischfreak als bestes Flüssigpräparat empfohlen
worden.
Grundsätzlich ist es sowas ähnliches wie Liquifry.
- Liquifry No.2 (Grün) von Interpet: Dies ist
eine flüssige Spezialnahrung, eigentlich für lebendgebärende Zierfische.
Man gibt täglich möglichst mehrmals ein paar Tropfen von diesem
flüssigen Planktonpräparat ins Wasser. Es ist in fast allen Zooläden
erhältlich. Interessanterweise ist mir nie Liquifry No. 1 (Rot)
, Spezialfutter für Jungfische von eierlegenden
Fischen, empfohlen worden. Ich habe vor längerer Zeit beide Sorten ausprobiert,
allerdings habe ich damals noch andere Aufzuchtprobleme gehabt, so
dass ich nicht sagen kann, welches Präparat nun wirklich besser geeignet
ist. Man muß bei diesen flüssigen Präparaten immer vorsichtig sein, damit
das Wasser nicht plötzlich verdirbt.
- Protogen von Brustmann: Dieses Präparat ist
laut meinem Stamm-Aquaristikgeschäft mit Liquifry No. 2 (Grün)
vergleichbar. Allerdings sei Protogen leichter zu handhaben. Man kann
die Körnchen direkt ins Aufzuchtbecken geben. Allerdings ist ein
Futteransatz in einem Gurkenglas oder ähnlichem ungefährlicher. Auch
dieses Präparat kann das Wasser schnell belasten. Angeblich soll es sich
bei Protogen um Pantoffeltierchen handeln.
- Restwasser von aufgetautem Frostfutter: Siebt man aufgetautes
Frostfutter ab, kann man die Brühe ins Aufzuchtbecken geben. Vorsicht: Kann Krankheitserreger oder
Giftstoffe enthalten.

Interpet Liquifry No.2 - Interpet
Liquifry No.1 - Brustmann Protogen - JBL Nobil Fluid
Sofort ab dem
Freischwimmen kann, zumindest parallel zu den oben genannten Präparaten,
mit größerer Nahrung begonnen werden. Sobald man
Kaulquappen beim erfolgreichen Schnappen nach Moina oder
Artemia
beobachtet hat, kann man mit dem Verfüttern der Infusorien aufhören.
Ziemlich genial ist es, wenn man die Möglichkeit hat, regelmäßig lebende
Cyclops (Hüpferlinge) oder Daphnia (Wasserflöhe) tümpeln zu können. Hier nun
die Einzelheiten:
- Japanische Kugelwasserflöhe - Moina: Diese Wasserflöhe sind im Gegensatz zu unseren einheimischen
Wasserflöhen sehr einfach zu vermehren. Man braucht ein Gurkenglas oder ein kleines
Aquarium (12 Liter) mit abgestandenem Wasser, einen Zuchtansatz
und Haferflocken oder Hefe als Futter. Die Zucht von Moina (Zuchtanleitung) ist wesentlich einfacher und mit etwas
Übung
auch wesentlich produktiver als die Zucht von Artemia. Daher sind sie meine absoluten
Favoriten als Aufzuchtfutter für Zwergkrallenfroschkaulis.
Weitere
Infos dazu auf der Website von Christian Westhäuser tuempeln.de.
- Artemianauplien: Das sind die Larven von
Salinenkrebschen aus verschiedenen Salzseen Nordamerikas. Im Prinzip
sieht die Aufzucht dieser Krebschen folgendermaßen aus: Man gibt
jodfreies Salz und Artemiaeier in ein Behältnis mit Wasser. Dieses
Wasser muß dauerhaft eine Temperatur von mindestens 20°C, im optimalen
Fall 25°C, haben und kräftig grobperlig durchlüftet werden. Nach ein bis
zwei Tagen schlüpfen schon die Nauplien. Man kann sie sofort verfüttern
oder noch einige Zeit mit speziellem Aufzuchtfutter
heranmästen.
Weitere Infos dazu auf der Website von Christian
Westhäuser tuempeln.de.
Eine Übersicht über Zubehör und weitere Tipps findet man beim amtlichen Artemia-Spezialisten Hobby Dohse www.hobby-dohse.com. Die wichtigsten Artikel dazu
bekommt man in jedem Zooladen mit Aquaristikabteilung. Ich selbst habe
auch schon mehrmals Artemianauplien gezüchtet. Ich habe gute Erfahrungen
mit den Flaschenaufsätzen gemacht. Mittlerweile mache ich aber nur noch
in Moina.
- getümpelte Cyclops und Daphnia: Hat man die Möglichkeit selbst Tümpeln gehen zu
können, ist dies eine geniale Art der Fütterung. Man muß nur einmal die
Woche Cyclops mit Genehmigung des Pächter soder Besitzers aus
einem einem Fischweiher oder anderem holen und schon die kleinen Kaulis
eine Woche lang volle Mägen. Zusätzlich dazu sollte man trotzdem noch
Moina oder Artemia züchten, da die Menge an Lebendfutter in den Teichen
über das Jahr hinweg stark schwankt.
Mehr Infos dazu auf der Website
von Christian Westhäuser tuempeln.de.
In der Zeit der
Metamorphose kann man schon langsam auf Erwachsenenfutter
umsteigen:
- Ab dem Durchbrechen der Hinterbeine kann man versuchsweise mit
tiefgefrorenen Cyclops und Bosmiden
füttern. Allerdings muß man auf die Größe des Froschmäulchens
achten. Es wird gelegentlich davon berichtet, dass sich Jungfrösche an
zu großer Nahrung verschlucken und daran ersticken können. Ein rote
Mückenlarve z. B. ist ungefähr doppelt so lang wie ein frisch
metamophorisierter Jungzwergkralli.
- Sind die Vorderbeine
vorhanden und bildet sich der
Schwanz schon zurück, kann man erst Schwarze und dann
wenig Rote Mückenlarven füttern.
- Sonstige kleine Krebschen und
Wasserinsekten Eventuell
kann größere Zwergkrallenfroschkaulquappen auch mit frischgeschlüpften mexikanischen Kampfkrebschen (Hyalella azteca) füttern.
Meine Zuchtversuche waren bisher nicht so erfolgreich, so dass ich die
Zucht aufgegeben habe.
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