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Paarungsverhalten bei Zwergkrallenfröschen
Die männlichen Zwergkrallenfrösche sind dafür bekannt, dass sie
ihr Territorium gegen Konkurrenten verteidigen. Sie strecken dazu ihre Hinterbeine parallel
nach hinten durch, stellen sich vorne mit ihren Vorderbeinen hoch und rufen eifrig dabei. In
der Literatur wird von Rangeleien unter paarungswilligen Männchen berichtet. Ich konnte
dieses Verhalten allerdings noch nie ausgeprägt beobachten, da ich meist immer nur ein
Pärchen ins "Hochzeitsbecken" setze. Kerstin Ahlemeyer
(kerstin) konnte eine kleine
Fotoreihe der Kommentkämpfe festhalten:
Setzt man ein Pärchen vom Gesellschaftsbecken in ein
Extra-Becken um, fängt das Männchen oft schon in der ersten Nacht das Rufen an. Beim Weibchen
dauert es dann meist zwei oder drei Tage, bis es sich zur Paarung überreden läßt. Die
Laichabgabe findet nachts meist ab ca. 23.00 Uhr statt und dauert insgesamt bis in die frühen
Morgenstunden. Dabei umklammert das Männchen das Weibchen, wie bei allen Pipiden, in der
Lendengegend. Wegen diesem Lendenamplexus stellt man die Pipiden zu den primitiven Anuren
(Froschlurchen).
Bei den Paarungsversuchen kommt es oft auch zu Abnormalitäten beim
Amplexus (Umklammerung). Es gibt hier Kopfüberpaarungen, flotte Dreier und "homosexuelle Pärchen".
Klammert ein Männchen ein nicht laichwilliges Weibchen oder ein anderes Männchen, stößt das
bedrängte Tier Abwehrrufe aus und streckt die Beine durch oder versucht das belästigende
Männchen durch Schütteln und Abstreifen beim Durchkriechen durch Hinternisse los zu werden.
Das Männchen versucht durch Kratzen mit einem Hinterbein das
Weibchen zum Laichen zu stimulieren.
Nachdem das Weibchen laichwillig ist, beginnt der schon oft
beschriebene sogenannte Paarungstanz der Zwergkrallenfrösche. Hierbei schwimmt das Pärchen,
besser gesagt das Weibchen mit dem Männchen huckepack, zur Wasseroberfläche, dreht sich dort
auf den Rücken und gibt ein paar Eier (1<20) ab. Die Darstellung bei MÜLLER 1991 muss man
allerdings als idealisiert betrachten. VON FILEK 1985 blieb da schon realistischer.
Vielleicht sieht es in einem nur spärlich bepflanzten Becken so schön aus.
Spätestens am Morgen nach der Liebesnacht sollte man das Paar
aus dem Becken entfernen oder die Eier in ein extra Becken umsetzen, da sich die Eltern sonst
gefräßig über die an der Wasseroberfläche treibenden
Eier hermachen. Sie fressen auch ihre eigene Brut. Nach etwa zwei Tagen schlüpfen die ersten
Kaulis und hängen anschließend ein paar Tage fast bewegungslos an Scheiben und Pflanzen herum.
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