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Haltungsberichte Annette auf pipidae.de |
Zwergkrallenfrösche im Aquaterrarium oder
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| Bonnie | ? | Clyde |
Zur feuchtfröhlichen Gesellschaft in meinem Aquaterrarium gehört
auch eine kleine Gruppe Zwergkrallenfrösche. Das grosse Weibchen Bonnie ist von Anfang an
dabei(mitte der neunziger Jahre).
Zusammen mit dem bereits verstorbenen Männchen Clyde hat sie sich in der Zeit ohne
die Fische um Nachwuchs bemüht, von den unzähligen Eiern haben es zwei geschafft, zu
Jungfröschen zu werden. Das Männchen Sammy ist nun zwei Jahre alt. Vor einigen
Monaten kam ein ganz junges Weibchen hinzu, die auch mittlerweile erwachsen ist.
Zunächst eine genauere Beschreibung ihres Lebensraumes. Diesen teilen sie sich mit:
Alle sind in einem Normbecken von 80cm Kantenlänge untergebracht.
Es sind etwa 65liter Wasser drin ,was einen Wasserstand von etwa der Hälfte ergibt.
In der rechten Hälfte des Beckens steht eine 20X20X 8cm grosse Plastikschale auf einem
umgestülpten Blumentopf. Seitlich hat dieser eine Öffnung, so dass der auch der
Innenraum genutzt werden kann.
Die Plastikschale dient u.a. den Krabben als Landteil. In der Erde, die weitgehend mit
Laub bedeckt ist,wachsen Kletterficus, Frauenhaarfarn und austreibende Bambusstücke.
Als Übergang vom Land zum Wasser dient neben Korkstücken eine Kalmuspflanze.
An der Rückwand etwa im Zentrum des Beckens steht eine grosse V – förmige
Mangrovenwurzel, deren einer Schenkel ebenfalls auf das Land reicht.
Unter Wasser gruppieren sich um dieses grosse Teil verschiedene weitere
Mangrovenwurzeln, die bis unter den Blumentopf reichen.
Einige sind überwachsen von Zwergspeerblättern (Anubias sp.) dazwischen steht ein
grosses Bündel Wasserpest.
Die linke Seite unter Wasser überragt eine grosse Schwertpflanze. Um ihr Zentrum sind
einige Moosbälle ,Steine und Muschelschalen angeordnet , die vorwiegend den Fröschen
als Verstecke dienen,denn sie mögen ja sehr die flachen Hohlräume. Wobei das junge
Weibchen sich lieber in den dunklen Nischen und Hohlräumen der Wurzeln aufhält und
dort ausgiebig herumklettert.
In der hinteren linken Ecke des AQ's ist ein sog. Hamburger Mattenfilter über Eck
angebracht. Auf der Pumpe liegt eine Korkplatte und eine rankende Pflanze steht drauf.
Doch die Krabben haben trotzdem eine Möglichkeit gefunden,in den Hohlraum hinter
der Matte zu gelangen. Da hier keiner der anderen Tiere hinkommen kann, häutet man
sich hier vorwiegend oder bereitet sich in Ruhe darauf vor.
Als Bodengrund im AQ dient eine Schicht feiner Kies, die jedoch spätestens im Sommer
2004, also dieses Jahr gegen Sand ausgetauscht werden soll.
Neben den bereits erwähnten Pflanzen im Wasser gibt es noch zwei wunderschöne
Tigerlotus (Nymphea lotus), sowie eine Efeutute, die vom Land aus an der Rückseite des
Aquaterrariums entlangwächst und mit ihrem Wurzelwerk einerseits unter Wasser für
zusätzliche Verstecke sorgt und andrerseits mit ihren Blättern und Ranken über der
Wasseroberfläche den Krabben als Klettermöglichkeit dient, was ausgesprochen gern
genutzt wird.
Der Nahrungsbedarf der Pflanzen wird durch eine gelegentliche, aber regelmässige
CO2–Gabe ergänzt, ebenso durch eine wöchentliche Dosis des Düngers von DRAK –
Aquaristik.
Die Wassertemperatur beträgt konstant 24°C. Wie's scheint, der optimale Wert für die
Zwergkrallenfrösche. Das hat wohl auch angeblich mit dem Gasaustausch zwischen den
Tieren und ihrer Umwelt zu tun, der bei 24°C am besten gewährleistet sein soll und die
Verdauung problemlos funktioniert. Vielleicht lässt sich mit dieser Temperatur das Risiko
der 'Ballonbäuche' reduzieren?!
Bisher hat glücklicherweise keiner meiner Frösche darunter leiden müssen.
Die Kh – ist um 5, der Ph – Wert um 7 , die GH bei 11 und schliesslich liegt der
Nitratwert von etwa 5-10, Nitrit ist nicht nachweisbar.
Etwa alle 10 bis 14Tage findet ein Wasserwechsel statt, bei dem je nach Bedarf etwa 20
bis 25 liter ausgetauscht werden. Pflanzenschnitt und andre Pflegemassnahmen, sofern überhaupt notwendig, werden
zwischenzeitlich durchgeführt.
Insgesamt bemühe ich mich um ein umfangreiches Verständnis der 'Beziehungskiste'
Aquarium . Das Wasser für das Aquaterrarium nehme ich nicht aus der heimischen
Wasserleitung, da die Belastung mit Kupfer zu stark ist.
Glücklicherweise kann ich das benötigte Wasser aus einem geschützten Gewässer
beziehen, das in der Nähe liegt. Die Wasserqualität ist optimal und viele ,auch selten
gewordene Tiere und Pflanzen haben hier ihr zu Hause.
Ausserdem steht so Lebendfutter in Form von Wasserflöhen, Hüpferlingen und andrem
Getier zur Verfügung.
Da Zwergkrallenfrösche Jäger und Bewegungsseher sind, halte ich es in ihrem
(gesundheitlichen ) Interesse für unerlässlich, ihnen regelmässig Lebendfutter zur
Verfügung zu stellen.
Doch sie bekommen bei mir auch gefrostete Rote und Schwarze Mückenlarven,die
weissen mögen sie nicht.
Durch die wuselnde Nahrungssuche der Panzerwelse wird das Futter aufgewirbelt und
die Frösche können auch der "toten Beute" nachjagen. Doch auch ihr Geruchssinn ist
ihnen behilflich, sodass sie auch am Boden liegende Futterhäufchen aufspüren können.
Tagsüber verbringen die Frösche die meiste zeit in ihren jeweils bevorzugten Verstecken.
Mutter und Sohn halten sich unter ihrer Lieblingsmuschelschale auf. Die junge
Froschlady schleicht gern durch die Wurzeln oder hängt sich senkrecht ins Kraut, die
Nase aus dem Wasser. Will sie absolut ungestört sein, behält sie offensichtlich Luft im
Körper und kann sich so stundenlang unter ein Korkstück oder die Unterseite der Insel
klemmen.
Grundsätzlich lässt das nicht mit ja oder nein beantworten.
Als ich meine ersten Krabben
bekam, waren die Frösche schon da und mir wurde zugesichert, Krabben seien
unkompliziert und es gäbe keinerlei Probleme.
Beides, die Haltung und Pflege der Krabben, sowie das Zusammenleben mit andren
Tieren ist ganz so einfach nicht.
Werden einige Dinge beachtet, gibt es kaum Probleme ,leben Frösche und Krabben
zusammen.
Besonders wichtig scheint mir, das ausreichend bzw. grosszügig Raum zur Verfügung
steht. So das jedes einzelne Tier die Möglichkeit hat sich bei Bedarf wirklich ungestört
zurückziehen zu können.
Gleichzeitig ist eine abwechslungsreiche Einrichtung unerlässlich. Bei der Pflege von
Zwergkrallenfröschen ist ja sowieso darauf zu achten, dass keine scharfkantigen
Gegenstände herumliegen, dass Wurzelwerk nicht zu einer tödlichen Falle werden
kann. Im Zusammenhang mit Krabben besonders wichtig.Und so haben sich Verstecke
mit mehreren Ausgängen bewährt – etwa auf kleinen Steinen aufgelegte Scherben von
Tontöpfen oder Muscheln .Oder dieses irgendwo anlehen, an Wurzeln oder Steinen.
Mangrovenkrabben übernehmen wie die meisten andren ihrer Verwandtschaft auch,in
ihrem jeweiligen Lebensraum die Aufgabe einer Art Gesundheitspolizei.
Natürlich üben sie diesen Job auch bei uns äusserst gewissenhaft aus.
Und so machen sich die Krabben naturgemäss über geschwächte Zwergkrallenfrösche
her.
Leider sind meist noch sehr jungen Neuankömmlinge in einem solchen Zustand. Oftmals
bekommen siewährend ihres Aufenthaltes in den Zoohandlungen zu wenig Futter ab, da
sich zuviele Individuen die Ressourcen teilen müssen.
Normalerweise erholen sich die kleinen Frösche schnell in ihrem neuen zu Hause.
Doch für anwesende Krabben bedeuten die ausgemergelten kleinen Amphibien eine
willkommene Beute. Erst recht, da die neuen sich nocht nicht orientieren und einleben
konnten.
So scheint es mir ratsam, junge Krabben und Frösche gemeinsam in ihr neues Heim zu
bringen.
Letztere sollten grade auch beim Einbringen in ein bestehendes System gesund und
kräftig sein.
Um so weniger besteht die Chance einer Krabbe zum Opfer zu fallen.
Die andere Möglichkeit wäre, schwächliche Fröschlein zunächst in einem separaten
Becken aufzupäppeln.
Doch es kann auch andersherum sein: Dass neugierige oder hungrige Frösche, die
ausgewachsen sind, eine Gefahr für noch junge Kraben darstellen. Die Amphibien
registrieren Bewegung und schnappen zu.
Sind jedoch alle Tiere gesund und leben in einem ihren Bedürfnissen angepassten
Lebensraum, kommen Zwergkrallenfrösche und Mangrovenkrabben gut miteinander
aus. Wenn man sich kennt, verbringt man auch schonmal gemeinsam Zeit
nebeneinander unter einem Stein.
Steckt ein vorwitziger Frosch seine Nase in eine Krabbenhöhle, reisst der Inhaber den
Eindringling nicht gleich in Stücke. Da wird erst geschubst und vielleicht auch gedroht,
was in der Regel ausreicht,und der Frosch trollt sich.
Vielleicht gibt's bei ganz Unverschämten auch mal eins mit dem Bein auf die Nase und
das Gefühl der spitzen Kralle reicht aus,ohne das eine Verletzung entsteht. Wenn man
sich nicht ignoriert, weicht man bei Begegnungen eher ein Stück zurück, denn beide,
Frösche und Krabben sind beides eher vorsichtige Tiere.
Grundsätzlich scheint keiner der beiden Arten für den andren eine Bedrohung zu sein.
Anfang des Jahres 2002 litten alle Tiere im
Aquaterrarium an einer Bakterieninfektion; mit der die Frösche ganz
besonders zu kämpfen hatten.
Ich lasse das Wasser im Abstand von
einigen Monaten umfangreicher messen, als ich zu Hause die Möglichkeiten habe.
Der erhöhte Phosphatwert wurde festgestellt, aber auf meine
entsprechende Frage wurde mir absolute Unschädlichkeit versichert und das
hätte ausser gutem Pflanzenwachstum keine weiteren Folgen.
Die Gesundheit bzw Krankheiten der Tiere lehrten mich eines Besseren . Ich
lernte mit derZzeit dann mithilfe einiger Bücher und über Internet, dass
ein so erhöhter Phosphatwert schädliche Bakterien zu Folge haben
Dadurch bildeten sich Blaualgen, die durch ihre Besiedlung
geeignete Bedingungen für Fäulnisprozesse besonders im Boden schaffen. U. a.
auch dadurch, dass dort kein Sauerstoff mehr hinkommt.
Und gerade
da leben die Frösche.
Seitdem ich Phosphat senkende Mittel
zufüge, und für eine allgemein gute Belüftung des Bodens sorge, ist alles
wieder im grünen Bereich und alle Tiere sind wieder gesund.
Ausser den
Fröschen war auch die Schnecke betroffen, die Flecken auf der Sohle hatte.
Die Panzerwelse sowie die Krabben schienen keine Schäden zu haben.
Die Frösche hatten Flecken auf der Haut, und schienen Knubbel
unter der Haut zu haben. Sie frassen nicht und verliessen ihre Verstecke (
dicht am Boden!) nicht. Sie hofften wohl auf Besserung der Bedingungen.
Dann begannen die Schwimmhäute einzureissen und die
einzelnen Fuss- und Fingerglieder wurden immer kürzer! Es waren Wunden,
aus denen zum Teil die winzigen Knochen heraussahen. Ein Buch war bei der
Diagnose behilflich.
Und so bekamen die Frösche täglich ein medizinisches Bad unter UV–Licht mit mehreren Zusätzen:
In ein Bowleglas füllte ich einen Liter Frischwasser.
Dazu kam ein halber Liter starker Ringelblumentee, der entzündungshemmend und heilungsfördernd
gerade auch bei eitrigen Wunden ist.
Ich erwärmte einen zwei Zentimeter langen Strang der BETAISODONA Salbe mit Wasser auf einem Löffel über einer
Kerze, damit sie flüssig wird.
Diese Paste versuchte ich erkaltet mittels eines winzigen Spatels auf die offenen Wunden der Froschfüsse
aufzubringen, der Rest kam ins Bad - Wasser. Bei beiden Fröschen waren die
drei inneren Fussglieder beschädigt, es waren nur noch blutige Stümpfe.
Ausserdem löste ich eine Prise Kochsalz auf und tat sie ins Wasser.
Schliesslich noch eine Viertel Kapsel Antibiotika für Menschen,
sowie eine Dosis eines SERA-Vitaminpräparates.
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Nach zwei Wochen verschwanden die Hautflecken
ebenso wie die Knubbel unter der Haut. Die Wunden an den Füssen und
Fingern der Frösche schlossen sich. Sie begannen mit der Zeit wieder zu
fressen und zu ihrer alten Aktivität zurückzufinden.
Im Aquaterrarium verschwanden die Blaualgen ebenso wie die Unmengen winziger Schnecken, die
aufgrund des erhöhten Phophatwertes zu einer regelrechten Plage wurden.
Übermässige Schneckenzahlen und faserige Algen sind also erste Warnzeichen!
Plötzlich bemerkte ich eines Tages, dass die verlorenen Fussglieder der Frösche wieder nachzuwachsen schienen.
Ich hielt es zunächst für Einbildung, doch auch die Schwimmhäute entstanden
wieder neu und wurden zusammen mit den neuen Gliedern immer länger. Auf
den Stümpfen bildeten sich zunächst knubbelartige , weissliche Gebilde.
Anschliessend entstanden dazwischen winzige Schwimmhäute, die dann mit
dem Länger- und Schlankerwerden der neuen Glieder mitwuchsen.
Nach etwa zwei Monaten hatten beide Frösche wieder komplette Füsse. Nur
anstelle der drei inneren schwarzen Krallen ragten nur die stumpfen
Gliederenden in weisslicher Farbe hervor.
Und jetzt schliesslich scheinen die Krallen langsam wieder nachzuwachsen. An der Stelle, wo die
Glieder an den Schwimmhäuten rausragen, bilden sich auf den Enden winzige kleine und längliche Strukturen.
Ob es Krallen werden, muss sich noch herausstellen, denn ein eventuelles Wachstum ist sehr langsam.
Fest steht jedoch, dass einige Fussglieder praktisch nicht
mehr vorhanden waren und jetzt wieder komplett sind ,mit Schwimmhäuten.
Seltsamerweise scheint das nur für die Füsse zu gelten, denn der eine
komplett fehlende Finger an der Hand des jungen Männchens wächst bisher nicht nach.
Die Neubildung der Glieder hat auch erst begonnen, als die
Tiere wieder völlig genesen und die Umweltbedingungen optimiert waren.
Doch offensichtlich sind die Füsse den Fröschen unverzichtbar:
zur Fortbewegung, als Häutungshilfe und schliesslich gelegentlich als Kommunikationsmittel.
Leider liessen sich diese Vorgänge von mir nicht
fotografisch festhalten, da ich leider (noch) nicht über das entsprechende Equipment verfüge.
Schliesslich möchte ich anmerken, wie wichtig
es für die Gesundheit unsrer Wassertiere und –pflanzen ist, dass uns als
Pflegern die Zusammenhänge im Lebensraum Wasser und dem dazugehörigen Umfeld bekannt sind.
Nur so sind wir meiner Meinung nach in der Lage ,
kleinere Unstimmigkeiten erstens zu erkennen, und sie zweitens an der
richtigen Stelle mit den richtigen Mitteln verändern, um Krankheiten
oder gar Todesfälle unter den Lebewesen zu verhindern, für die wir die
Verantwortung übernommen haben.
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